Im Podcast lieber frei sprechen oder mit Skript arbeiten?

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Beim Podcasten hast du primär zwei Möglichkeiten, um deinen Content einzusprechen: Entweder du schreibst das Ganze als Skript vor und liest es dann ab oder du erstellst dir ein paar Stichpunkte und sprichst die Folge frei ein.

Während du beim Ablesen eine klare Richtung vorgegeben hast und somit quasi der Straße folgst, bist du beim freien Sprechen deutlich flexibler unterwegs und kannst auch mal einen Abstecher querfeldein machen.

Doch was ist die bessere Variante und wie kannst du dich vom „Vorleser“ zum „freien Sprecher“ entwickeln?

Genau darum geht es in dieser Folge von Einfach Podcasten.

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Inhalt der Podcast-Folge

In dieser Folge geht es um die spannende Frage: Was ist besser – Eine Podcast-Folge komplett zu skripten und abzulesen oder doch lieber mit Stichpunkten zu arbeiten und frei zu sprechen?

Vor allem angehende Podcaster stellen sich diese Frage. Doch lass uns einen Schritt zurücktreten und uns erst einmal anschauen, welche Möglichkeiten es gibt, die Inhalte von Podcasts vorzubereiten?

Inhalt in Schriftform ausformulieren

Besonders Einsteiger greifen gern auf die Methode zurück, den Inhalt in Schriftform auszuformulieren und ihn dann einfach im Rahmen der Aufnahme abzulesen.

Vorteile des Ausformulierens

  • Du hast ein Transkript bzw. einen fertigen Blogbeitrag und musst ihn nur noch in WordPress einpflegen – fertig.
  • Es gibt dir Sicherheit, wenn du im freien Sprechen noch nicht erfahren bist.
  • Du hast du dir im Vorfeld Gedanken über den inhaltlichen Aufbau gemacht. So hast du einen roten Faden und schweifst dadurch in der Folge nicht so leicht vom Inhalt ab.

Nachteile des Ausformulierens

  • Der zeitliche Aufwand ist ziemlich hoch.
  • Wenn du den Text abliest, klingst du weniger natürlich. Wir sprechen anders, als wir schreiben. Geschriebenes formulieren wir meist sachlicher. Beim Gesprochenen gibt es Gestik, eine Betonung und inhaltliche Darstellung. Das geht alles verloren, wenn der Text bereits komplett ausformuliert ist.
  • Du läufst Gefahr, Dinge falsch zu betonen oder – noch schlimmer – gar keine Betonung einzubringen und deine Hörer mit Monotonie zu langweilen.
  • Durch die starre Textvorgabe fehlt dir möglicherweise inhaltliche Spontaneität und Flexibilität. Denn wer möchte schon von links und rechts über Feldwege fahren, wenn eigentlich der Weg über die geebnete Straße (in dem Fall deinen ausformulierten Text) vorgegeben ist?

Königsklasse freies Sprechen

Beim freien Sprechen orientierst du dich nur an ein paar Stichpunkten.

Vorteile des freien Sprechens

  • Der größte Vorteil liegt in der schnellen Vorbereitung. Ein paar Stichpunkte sind schnell notiert und in einen roten Faden gebracht.
  • Natürliche Sprache kommt zum Einsatz und du musst dich nicht verbiegen. Deine natürliche Art kommt rüber und du wirkst einfach menschlich.
  • Du bist inhaltlich komplett spontan und fährst sozusagen querfeldein.

Nachteile des freien Sprechens

  • Häufig ist das freie Sprechen erst nach ein bisschen Übung gut umsetzbar. Je häufiger du frei sprichst – egal ob bei einer Podcast-Aufnahme, auf einer Bühne oder bei einem Vortrag – desto besser wirst du darin. Gut im freien Sprechen zu sein kommt mit der Zeit und entsprechender Übung.
  • An der ein oder anderen Stelle benötigst du vielleicht eine Denkpause, um die richtige Formulierung zu finden. Das ist aber gar nicht schlimm und darf durchaus einmal vorkommen. Das gibt auch deinem Hörer die Möglichkeit, das Gesagte zu verarbeiten und darüber nachzudenken.
  • Beim freien Sprechen bist du komplett flexibel, was dazu verleitet, abzuschweifen. Das kann aber auch schön sein und einen gewissen Pep verleihen.
  • Du hast kein Transkript, das bei Bedarf zusätzlich erstellt werden muss.

Nun gibt es natürlich nicht nur schwarz und weiß. Also nicht nur entweder Ausformulieren oder frei Sprechen. Es gibt diverse Formen dazwischen. Auf der einen Seite kannst du dir Stichpunkte machen und auf der anderen Seite gewisse Stellen ausformulieren und ablesen, was gar nicht verwerflich ist.

Zum Beispiel könntest du die Einleitung und den Schluss ausformulieren und vorlesen und alles dazwischen frei vortragen. Zusätzlich kannst du dir bei bestimmten Stichwörtern ausformulierte Sätze dazu schreiben, die dir im Rahmen der Vorbereitung einfallen. Da spricht absolut nichts dagegen. Auch ich schreibe mir ab und zu einen Satz oder eine Formulierung auf.

Warum entscheiden sich Podcaster für die eine oder andere Variante?

Primär Podcast-Einsteiger und Menschen, die noch keine bis wenig Berührungspunkte mit dem freien Sprechen hatten, fühlen sich einfach unsicher damit. Und das ist völlig normal. Sie haben Angst davor, nicht die richtige Formulierung zu finden oder abzuschweifen, weil sie gern reden und aus einer 5-minütigen Podcast-Folge plötzlich eine 50-minütige entsteht. Das solltest du im Idealfall natürlich vermeiden und auf den Punkt kommen.

Gewohnte Sprecher entscheiden sich sehr wahrscheinlich für das freie Sprechen. Denn warum sollte man sich zurückentwickeln und in die Textfalle tappen, wenn man das freie Sprechen gewohnt ist? Nach ein paar notierten Stichpunkten kann man sich direkt ins Getümmel stürzen und loslegen.

Bist du beim freien Sprechen noch unsicher und fragst dich, wie du vom ausformulierten Skript dorthin kommst? Nun, Übung macht den freien Sprecher. 😉

Es ist ganz normal, wenn du am Anfang noch unsicher bist. Selbst ich habe zu Beginn Podcast-Folgen komplett ausformuliert. Ich habe versucht, einen Text bei der Aufnahme nur vorzulesen. Dabei habe ich aber schnell gemerkt, dass das…

  1. zeitlich unfassbar aufwendig ist und
  2. einfach unnatürlich klingt.

Dann habe ich Sätze umformuliert, was mich sehr viel Zeit gekostet hat. Irgendwann hat es mich so genervt, dass ich ins freie Sprechen übergegangen bin. Logischerweise habe ich mich auch nicht von heute auf morgen getraut, mich komplett umzustellen. Was ist also der Schritt in die richtige Richtung?

Mein Tipp: Verzichte beim Ausformulieren bewusst auf einen bestimmten Bereich und ersetze ihn durch Stichpunkte. Als Beispiel könntest du die Einleitung und das Ende ausformulieren. Wenn du in deiner Podcast-Folge z. B. fünf Gründe für etwas vorstellst, könntest du von den fünf Gründen zwei mit Stichpunkten versehen und frei sprechen und die restlichen drei ausformulieren.

Wenn du noch ein Stück mehr Sicherheit brauchst, kannst du vor der eigentlichen Aufnahme einen Trockenlauf machen; ganz ohne Druck. Vielleicht fällt dir dabei eine coole Formulierung ein, die du bei den Stichworten ergänzen kannst. Das gibt dir ein Stück weit Sicherheit. So bewegst du dich langsam in Richtung des freien Sprechens und mit jeder Podcast-Folge, die du aufnimmst, wirst du besser darin.

Fazit

Welche Variante ist also die bessere? Jede Variante und auch die Mischform hat ihre Daseinsberechtigung. Für mich gibt es unterm Strich kein richtig oder falsch. Das freie Sprechen ist reine Übungssache. Langfristig sollte es definitiv dein Ziel sein, deine Podcast-Folgen frei einzusprechen, damit du so authentisch wie möglich wirkst. Denn damit bringst du das Wichtigste deines Podcasts zum Vorschein: dich selbst.

Welche Variante nutzt du für deinen Podcast? Sprichst du frei oder schreibst du dir ein Skript? Lass es mich in den Kommentaren wissen!




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