Soll ich meine Interviewgäste bezahlen?

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Für Podcasts gibt es ganz unterschiedliche Formen der Monetarisierung. Eine davon ist das sogenannte Mitgliedschafts-Modell. Hier wird dein Podcast zum Abo-Modell. Keine Sorge. Du musst dafür keine Klingeltöne, wie damals in den 90ern zum Verkauf anbieten. Wie genau das Konzept der Podcast-Mitgliedschaften funktioniert, erfährst du in dieser Folge von Einfach Podcasten.

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Inhalt der Podcast-Folge

In der heutigen Folge geht es um das Thema Geld, jedoch nicht wie du es vielleicht erwarten würdest, sprich mit dem Podcast Geld verdienen, sondern auf eine andere Art und Weise.

Stell dir vor, du fragst bei jemandem an, ob der- oder diejenige bei dir im Podcast ein Interview geben würde.

Es vergehen ein paar Tage und auf einmal siehst du am Morgen die Antwort auf deine Anfrage in deinem E-Mail-Postfach.

Du bist schon total gespannt, ob der- oder diejenige dabei ist oder vielleicht auch nicht.

Und du öffnest die Mail und dann steht da: „Danke für deine Anfrage. Ja, klar bin ich dabei. Wie hoch ist denn das Honorar dafür?“

Bitte was?

Honorar für ein Interview?

Tja, und jetzt? Was machst du?

Da stellt sich für mich erst mal die Frage: Wärst du grundsätzlich bereit, für einen Interviewgast zu bezahlen? Und genau die Frage habe ich auch in der Community gestellt. Und die Meinungen dazu gingen sehr stark auseinander. Während die eine Seite ganz klar gesagt hat: „Auf gar keinen Fall!“, hat die andere Seite ganz klar gesagt: „Logisch.“ Einige waren sogar sofort bereit, vierstellige Summen auf den Tisch zu legen, vorausgesetzt natürlich, der Interviewpartner bringt den entsprechenden Wert mit sich.

Aber ist denn eine Bezahlung für Interviews üblich? Vor allem für den Interviewgast? Also die andere Seite kenne ich durchaus, dass jemand bezahlt dafür, dass er in einer bestimmten Show im Podcast zu Gast sein darf. Aber ist die Bezahlung von Interviewgästen üblich?
Grundsätzlich: nein.

Ich selbst habe über 130 Interviews geführt und erst einer, ein einziger, den ich angefragt habe, hat tatsächlich nach einem Honorar gefragt. Und da muss ich auch ganz ehrlich zugeben, das habe ich tatsächlich auch abgelehnt.

Ich habe da auch mit vielen anderen Podcastern gesprochen und bei denen sieht es ähnlich aus. Also die Frage nach einem Honorar ist alles andere als üblich. Beziehungsweise auf eine gewisse Art und Weise werden Interviewgäste immer bezahlt, aber vielleicht nicht unbedingt mit Geld.

Vorteile aus Interviews für alle Beteiligten

Lass uns deswegen mal anschauen, wer was bei einem Interview überhaupt bekommt, wenn kein Geld fließen würde.

Lass uns zuallererst mal auf dich als Podcast-Host schauen. Was erhältst du? Du erhältst natürlich im Rahmen des Interviews kostenlosen Content für deine Hörer. Und ist der Gast auf irgendeinem Themengebiet Experte und du befragst ihn im Interview genau zu seiner Expertise, dann hast du natürlich die Möglichkeit, deine persönlichen Fragen in diesem Interview zu platzieren und natürlich auch die Fragen deiner Hörer. Und du erhältst im Gegenzug quasi eine persönliche 1:1-Schulung, wo du auch Rückfragen stellen kannst, wenn du irgendwas nicht genau verstanden hast.

Außerdem erhältst du zusätzliche Reichweite beziehungsweise Aufmerksamkeit durch den Namen des Gastes, vorausgesetzt, dieser ist entsprechend bekannt. Hinzu kommt zusätzliche Reichweite durch deinen Gast, natürlich vorausgesetzt, dass der- oder diejenige das Interview letztlich auch teilt.

Und zu guter Letzt baust du natürlich dein eigenes Netzwerk aus. Denn du hast die Connection zum Gast und kannst nach dem Interview bei Bedarf entsprechende Rückfragen stellen. Und somit hast du gleich wieder einen weiteren Experten in deinem Netzwerk, den du fragen kannst, wenn du zu einem speziellen Thema etwas wissen möchtest.

Dann lass uns auf deine Hörer schauen. Was bekommen deine Hörer? Sie bekommen guten Content zu einem bestimmten Thema. Und falls du sie als Podcast-Host auch mit einbeziehst, dann können auch sie über dich ihre eigenen Fragen im Interview platzieren. Was natürlich für die Fragesteller einen großen Mehrwert darstellt.

Und zu guter Letzt lass uns auf den Interviewgast selbst schauen. Was bekommt denn der- oder diejenige, wenn der oder die ein Interview bei dir im Podcast gibt. Natürlich im ersten Schritt erhält dein Gast die Reichweite deines Podcasts. Auch da sei wieder vorausgesetzt, dass dein Podcast eine entsprechende Reichweite mit sich bringt. Im Podcast hat dein Interviewgast natürlich die Möglichkeit, sich selbst als Experte zu positionieren und zusätzlich, dass derjenige auch seine Dienstleistungen und/oder Produkte präsentieren kann.

Das heißt, es ist eigentlich eine kostenlose und vor allem dauerhafte Werbung für den- oder diejenigen. Warum dauerhaft? Denn die Podcast-Folge wird ja nicht nach ein oder zwei Wochen gelöscht, sondern die bleibt dauerhaft im Netz. Und das Schöne am Podcasten ist ja, dass, wenn ein neuer Hörer hinzukommt, egal, ob du die Folge jetzt vor einem Jahr oder sonst wann gemacht hast, neue Hörer sich prinzipiell so gut wie alle Folgen anhören. Das ist einfach Fakt. Und genau deswegen spricht man an der Stelle auch von dauerhafter Werbung für den Interviewgast.

Dann baut natürlich auch dein Interviewgast sein eigenes Netzwerk aus. Zum einen zu dir als Host und natürlich können sich über den Podcast weitere Connections ergeben. Bei mir beispielsweise im Podcast bekomme ich immer wieder die Rückmeldung von meinen Interviewgästen, dass sich durch den Podcast weitere Kooperationen ergeben haben und dass Leute auf sie zugekommen sind aufgrund des Podcast-Interviews.

Und dann geht es ja noch weiter. Denn dein Interviewgast hat natürlich bei dir im Podcast die Möglichkeit, seine Message zu einem ganz bestimmten Thema über deinen Podcast an deine Hörer weiterzugeben. Viele machen das ja aus Prinzip, dass sie Podcast-Interviews geben und bewusst diese Möglichkeit auch nutzen, um ihre Message oder ihre Gedanken zu einem ganz spezifischen Thema zu verbreiten. Das soll natürlich jetzt keine Propaganda oder irgendwas sein, aber zum Beispiel eine Einstellung zum Thema Finanzen oder dem Thema Geld. Und somit ist auch das wieder ein Mehrwert für die Hörer, für den Podcast-Host und natürlich auch für den Interviewgast, weil dieser damit wieder in Verbindung gebracht wird.

Und zu guter Letzt: Was kann der Interview Gast von dir noch bekommen und vor allem, wenn dein Podcast noch nicht so bekannt ist? Dann wird es nämlich spannend für viele, denn viele haben natürlich noch nicht die große Reichweite, womit sie punkten können. Dann könntet ihr sagen: “ Mein Podcast ist gerade gestartet. Ich habe aber damit noch viel vor und du würdest mich und mein Podcast-Projekt riesig unterstützen, wenn du bei mir als Interviewgast auftreten würdest und natürlich dieses Interview dann auch in deinem Netzwerk teilst.“ Und viele, die sehr bekannt sind und eine hohe Reichweite genießen, machen genau so etwas sehr gerne und unterstützen dann genau solche Podcast-Projekte mit ihrer Reichweite und mit ihrer Bekanntheit. Vorausgesetzt natürlich, das Podcast-Projekt wird professionell umgesetzt und die Anfrage ist entsprechend formuliert.

Also unterm Strich klingt das für mich alles eigentlich nach einem schönen Win-Win-Win für alle: ein Win für die Hörer, ein Win für dich und ein Win für den Interviewgast. Daher stellt sich natürlich jetzt die Frage: Warum sollte denn jemand überhaupt ein Honorar verlangen?

Mögliche Gründe der Interviewgäste ein Honorar zu verlangen

Ein Grund könnte beispielsweise sein, dass derjenige sagt: „Ich gebe dir im Podcast ein Exklusivinterview und dafür möchte ich natürlich auch entlohnt werden. Denn du bekommst das Recht, mich zu einem bestimmten Thema zu befragen, während andere Podcasts oder vielleicht auch andere Sendungen und Shows diese Möglichkeit nicht bekommen.“

Ein weiterer Grund könnte sein, dass derjenige einfach viel zu viele Anfragen für Interviews erhält und vielleicht aussieben möchte. Ja, und dann ist natürlich die Frage: Ist derjenige dann überhaupt noch interessant als Interviewgast, wenn der- oder diejenige eh schon aussieben muss, weil viel zu viele Anfragen existieren? Will ich dem dann überhaupt etwas bezahlen, wenn der eh in sämtlichen Podcasts schon als Interviewgast war und dort mehr oder weniger überall das Gleiche erzählt hat?

Und ein dritter Grund könnte sein, dass theoretisch das Geld bei demjenigen im Fokus ist und nicht sein eigentliches Thema. Auch dann stellt sich für mich die Frage, ob der- oder diejenige sich langfristig am Markt durchsetzen wird. Ich persönlich wage es zu bezweifeln.

Mit Sicherheit gibt es noch den einen oder anderen Grund, auf den ich jetzt nicht eingegangen bin. Aber nichtsdestotrotz nehmen wir jetzt einfach mal an, jemand verlangt ein Honorar und wir lehnen es nicht sofort ab. Und dann ist die spannende Frage: Wann ist denn jetzt ein Interviewgast eine Bezahlung wert?

Wann ein Interviewgast ein Honorar wert ist

Grundsätzlich würde ich behaupten, wenn der Gast entsprechende Aufmerksamkeit und Reichweite mit sich bringt. Denn dafür sind durchaus Leute bereit zu bezahlen. Aber der Gast sollte natürlich die Reichweite bei deiner Zielgruppe haben, und zwar bei deiner Zielgruppe, die du bisher noch nicht erreichst. Denn hat der Gast Reichweite, aber die völlig falsche Zielgruppe, dann bringt dir das nichts. Denn so hast du riesige Streuverluste.

Stell dir mal vor, du hast einen Angel-Podcast und du interviewst einen Modedesigner aus Paris und dieser ist Hobbyangler. Deine eigene Zielgruppe sind Hobby- und Profiangler. Und die Zielgruppe des Modedesigners sind zu 95 bis 99 Prozent Menschen, die sich für die neuesten Modetrends aus Paris interessieren. Somit hast du eigentlich nichts gewonnen, sondern erreichst von diesen 1.000 Leuten, die dieser Modedesigner in seiner Zielgruppe erreichen würde, vielleicht nur zehn oder noch weniger. Und damit bringt dir das gleich null.

Also, wie gesagt, natürlich muss vorausgesetzt sein, dass die Zielgruppe deines Interviewgastes auch deiner Zielgruppe entspricht oder zumindest sehr viele Überschneidungen dabei existieren. Dann hast du die Möglichkeit, durch die zusätzliche Reichweite entweder zusätzliche Kunden oder Umsatz zu generieren.

Und wie würdest du jetzt beispielsweise diese Reichweite nutzen können? Natürlich, wenn derjenige das Interview auch in seinem Netzwerk teilt. Und am Rande sei gleich mal dazugesagt: Wenn so was gemacht wird, würde ich immer empfehlen, dass du die Rahmenbedingungen schriftlich fixierst. Sprich, dass dieses Interview auf diesen und jenen Kanälen geteilt werden muss.

Zahlen lügen nicht

Jetzt könnte man das Ganze mal ganz neutral betrachten und einfach mal die Zahlen für sich sprechen lassen. Lass uns da mal ein ganz konkretes Beispiel machen. Angenommen, dein Interviewgast, den du angefragt hast, möchte ein Honorar haben, sagen wir mal 1.000 Euro. Seine Zielgruppe entspricht deiner beziehungsweise es gibt sehr viele Überschneidungen. Jetzt teilt dieser das Interview in seinem Netzwerk, sprich Social Media, Newsletter und so weiter, und erreicht damit 100.000 Leute. Und sagen wir mal, 10 Prozent davon hören sich die Podcast-Folge an, also 10.000 Leute.

Und du hast jetzt ein fertiges Produkt von dir, das genau für diese Zielgruppe gedacht ist. Und du bewirbst dieses Produkt zum Beispiel in deinem Outro oder in der Mid-Roll in einem kurzen Einspieler. Und jetzt rechnest du aufgrund von Erfahrungswerten mit einer Conversion Rate von 2 Prozent. Das bedeutet im Umkehrschluss, 2 Prozent von allen erreichten Leuten kaufen dieses Produkt. Das heißt, 2 Prozent bei 10.000 Leuten, kaufen das Produkt und somit ergibt das im Umkehrschluss 200 Verkäufe für dein Produkt.

Das heißt: 1.000 Euro kostet das Interview. Du erreichst damit ungefähr 200 Verkäufe. Somit müsste, um mindestens plus/minus null rauszukommen, der Produktpreis bei mindestens 5 Euro liegen. Liegt er darüber, wäre es wahrscheinlich ein lohnendes Geschäft für dich. Liegt er darunter, lohnt sich das Ganze vermutlich nicht. Also so könnte man das jetzt ganz neutral anhand von Zahlen mal durchkalkulieren. Natürlich gibt es da viele Wenn und Abers. Aber, um mal einen Anhaltspunkt zu bekommen, ob sich das theoretisch lohnen könnte, könnte man genau mit so einer Rechnung das so mal überschlagen.

Eine alternative Möglichkeit wäre, bleiben wir beim gleichen Beispiel, 1.000 Euro Honorar und du bewirbst kein Produkt in deinem Podcast, sondern hast alternative Monetarisierungsstrategien wie zum Beispiel Affiliate Marketing und so weiter. Und auch da erreichst du wieder 10.000 Leute und gewinnst, dadurch dass das Interview von demjenigen oder derjenigen geteilt wird, sagen wir mal, 250 neue Hörer dauerhaft hinzu. Und jetzt ist deine allgemeine Kalkulation, dass du in Summe 2 Euro Umsatz pro Hörer pro Monat machst.

Das könntest du beispielsweise ausrechnen, indem du zum Beispiel deinen Vorjahresumsatz mit dem Podcast nimmst, teilst durch die monatlichen Unique Downloads. Dann hast du ja den Umsatz pro Hörer und teilst das durch 12. Dann hast du grob überschlagen den Umsatz pro Hörer pro Monat.

Somit kostet das Interview 1.000 Euro und du gewinnst 250 neue Hörer dazu. Somit kostet dich das Ganze 4 EUR pro Hörer (1.000 Euro durch 250 Hörer). Und wenn du 2 Euro pro Hörer pro Monat einnimmst, bist du plus/minus null nach zwei Monaten. Das heißt, ab dem dritten Monat verdienst du mit allen neuen Hörern, die du dazugewonnen hast, Geld.

Fazit

Also ich finde so einen Ansatz ganz interessant. Und deswegen wäre das Fazit für mich aus der Fragestellung: Soll ich denn meine Interviewgäste bezahlen? Lehn nicht gleich ein Interview ab, nur weil der Gast vielleicht eine Frage nach einem Honorar stellt, sondern sprich offen und ehrlich an, dass bei dir ein Honorar nicht üblich ist, aber du dem Ganzen grundsätzlich erst mal aufgeschlossen bist, wenn die Gegenleistung stimmt.

Frag einfach mal ganz offen nach, was der- oder diejenige sich vorstellt und bereit ist, im Gegenzug neben dem eigentlichen Interview noch on top zu legen. Vielleicht findet ihr ja einen Konsens und wird dann auch monetär ein Win-Win für beide Seiten. Und falls nicht, ist das ganz ehrlich gesagt auch kein Beinbruch. Denn es gibt mehr als genug potenzielle Interviewpartner da draußen, die gerne bereit sind, in Podcasts Rede und Antwort zu stehen, ohne dafür bezahlt zu werden.

Abschließend würde mich jetzt natürlich noch interessieren: Hast du denn schon mal einen potenziellen Interviewgast angefragt und derjenige hat dann wiederum die Frage nach einem Honorar gestellt? Und falls ja, hast du dann das Interview gegen Honorar geführt oder nicht? Schreib mir dazu gerne eine kurze E-Mail oder hinterlasse mir hier einen Kommentar.




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